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Du bist schon in der Schule laufend angeeckt? Weder Eltern noch Lehrer haben verstanden, worauf du eigentlich hinauswillst? Im Job ist es genauso? Überall Barrieren und Gründe, warum etwas NICHT geht? Dieser Blog ist den Rebellen gewidmet, den Gegen-den-Strom-Schwimmern und Anti-Jasagern unter euch, und er erklärt, warum euer Rebellentum „goddamn right“ ist!
Rebellen im Bildungssystem
Rebellen gibt es in unterschiedlicher Ausprägung. Als klassischer Typus ist da etwa der verhaltenskreative Jugendliche – extrovertiert, altklug, musikinteressiert (natürlich kein Ö3-Gedudel), schräges Outfit und prinzipiell dagegen. Aber sie treten auch ganz anders auf: Ruhig, oft schon in jungen Jahren belesen, schwer aus der Reserve zu locken, still, aber wenn sie etwas sagen, dann zumeist mit Substanz. Und natürlich gibt es noch zig Mischformen zwischen diesen beiden Stereotypen. Was sie alle eint ist: sie werden nicht gehört! Nicht in der Form wie es für sie passend wäre. Unser Schulsystem stößt sie ab, lässt sie links liegen oder kaut sie mürbe und spuckt sie einfach aus. Im „besten Fall“ werden ihnen sämtliche Ecken und Kanten abgeschliffen – sie werden gesellschaftsfähig gemacht, im schlechtesten Fal werden sie gebrochen. Kaum überraschend wird Österreich international weniger mit dem Silicon Valley als vielmehr mit Vorschriften und überbordender Bürokratie assoziiert – warum muss das so sein? Muss das so sein?
Stärken stärken? Den Schüler in seiner Andersartigkeit wertschätzen und sogar fördern? Kreativität, Innovationsfreude und Mut zu Neuem unterstützen? Fehlanzeige! In unserem Ausbildungssystem sind Rebellen dezidiert unerwünscht.
Das System geht den einfachen und sicheren Weg. Derartige Schüler bedeuten nicht nur Arbeit, sondern sie sind auch langfristig ein Risiko für die Stabilität unserer Gesellschaft. Kruzitürkn, die wählen vielleicht eines Tages sogar die Grünen (frei nach ÖVP Klubobmann August Wöginger), und am Ende denken die dann auch noch nach und im schlimmsten Fall quer! Das darf nicht sein, wo komma denn da hin!
Damit wir uns richtig verstehen: Mir geht es hier nicht um Lehrerbashing, sondern um eine grundsätzliche Kritik an unserem Ausbildungssystem.
Rebellen im Beruf
Diejenigen, die noch nicht gebrochen oder zumindest auf Linie gebracht wurden, treten dann nach absolvierter Ausbildung ins Berufsleben ein. In ein klassisch strukturiertes Unternehmen. Das Scheitern ist vorprogrammiert. In einem Jour Fixe Themen offen ansprechen? Bist wahnsinnig?! Es wird schon im Vorfeld taktiert, Themen werden positioniert, um dann im tatsächlichen Termin nur mehr verklausulierte Agendapunkte abzuarbeiten, deren Outcome ohnehin schon vorab festgelegt wurde.
Offene Diskussion? Pfui Gack! Diskussion ist per se etwas Schlechtes. Man darf jeden Tag in den Nachrichten bewundern, was eine derartige „Wir-beplaudern-alles-hinter-verschlossenen-Türen-Haltung“ Positives für unser Leben bewirkt.
Und: Unternehmen wollen dieser Tage super-innovativ sein, das neue Amazon oder Tesla werden — letzten Endes schaffen sie es aber nicht einmal einen besseren Greißler zu eröffnen oder ein E-Tretauto zu bauen. Warum? Weil Innovation in klassisch strukturierten Unternehmen nicht stattfindet. Wenn Rebellentum, Querdenken und damit auch der eine oder andere Fehler als solches nicht gewünscht sind, wird nichts bahnbrechend Neues entstehen. Punkt! Was machen wir aber, wenn wir Innovationen brauchen? Wir gründen eine Innovationsabteilung! Ja genau… Welch ganz unglaublicher Weisheit entspringt dieser Gedanke? In Unternehmen, in denen jegliche Form von Diskurs unerwünscht ist, in denen der Dienstweg einzuhalten ist und Gleitzeit für MitarbeiterInnen schon als das nächste große Ding gefeiert wird, wundert man sich, dass auch eine Innovationsabteilung in diesem Kontext nichts Innovatives hervorbringt. Total überraschend. Ich stehe in der Wüste und warte auf Regen, und fallen ein paar Tropfen, versickern sie im Sand… wenig erfolgversprechend, und schlimmer noch: für die Mitarbeiter extrem unbefriedigend. Der darauffolgende Braindrain ist nur konsequent: Die Rebellen verlassen das Unternehmen, machen sich selbständig, wechseln zu innovativeren Firmen, gehen ins Ausland. Die Liste an täglich frustriert aus Unternehmen ausscheidenden Personen ist schier endlos. Und wir reden hier sehr oft von Hochleistern, von Personen, die für Ideen brennen, die etwas bewegen wollen – für diese ist hierzulande wenig Platz.
Bitte mich nicht falsch zu verstehen: Es benötigt natürlich auch all die anderen Menschen genauso in Unternehmen, sie sind essenziell für einen reibungslosen Ablauf der Prozesse! Aber ohne den Sand der Rebellen im Getriebe, findet Entwicklung nur in homöopathischen Dosen statt… wenn überhaupt.
Blick über den Tellerrand

Über die diversen Förderschienen ist in den letzten Jahren einiges in Bewegung geraten – gut so. Aber es ist bei weitem zu wenig. Das ist so wie die weiter oben beschriebene Innovationsabteilung in einem klassisch strukturierten Unternehmen – ein versickernder Tropfen im Wüstensand. Wir müssen es schaffen, ein Klima der Innovation und der Offenheit zu gestalten und zu leben. Ein Klima, in dem sich das Individuum wirklich entfalten kann und in dem ein offener Diskurs auch wirklich gewünscht ist. Ein Klima, in dem Rebellen und Andersdenker angehört und geschätzt werden. Dann, und nur dann, wird Neues entstehen.
Aufruf

feinschliff by the fabulous norbert hübner



